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Berge von belaubten Ästen warten darauf, «entlaubt» zu werden.

(pd) Im Juli wird im Zoo Basel für das Winter-Menu der Blätter fressenden Tiere vorgesorgt.

Im Keller des Zoo-Betriebsgebäudes spielt sich in diesen Sommertagen eine eigenartige Szene ab: Mehrmals täglich bringt der Zolli-Lastwagen Ladungen voller belaubter Äste und kippt diese auf einen Haufen auf den Kellerboden. Die im Kreis um den Haufen sitzenden Helferinnen und Helfer zupfen flink die Blätter von den Ästen und füllen diese in blaue Plastikfässer.

Die Giraffen brauchen auch im Winter etwas zu futtern.  Foto: Zoo Basel Grazer und Browser – die Nahrungstypen von Pflanzenfressern
Das Blättlizupfen ist der erste Arbeitsschritt zur Herstellung der Laubsilage für die Winterfütterung von Giraffen, Okapis und Kleinen Kudu-Antilopen. Als Blätterfresser (Browser) sind sie im Gegensatz zu den Grasfressern (Grazer) auch im Winter auf eine eiweissreiche und in der Faserstruktur an ihr Verdauungssystem angepasste Blattnahrung angewiesen. Grasheu ist für diese Tierarten im Winter ungeeignet. Giraffe & Co. erhalten deshalb das blattreiche Luzerneheu und eben diese Laubsilage, welche im Sommer während der Hauptvegetationszeit hergestellt wird.

Aufwändige Herstellung
Die frischen Blätter (meist Ahorn, Buche, Eiche und Esche) werden nach dem Zupfen durch Einstampfen in die Plastikfässer verdichtet und mit einem Deckel mit einem Spannrahmen luftdicht verschlossen. Nun beginnt ein Säuerungsprozess, welcher das Laub für den kommenden Winter und darüber hinaus haltbar macht. In den ersten Wochen bei der sauren Gärung entstehen Gase und der Plastikdeckel der Fässer wölbt sich nach oben. Die Zolli-Gärtner öffnen dann den Deckel kurz und lassen das Gas (CO2) entweichen. Nach einigen Wochen ist die Gasbildung abgeschlossen und die ca. 20 Kilogramm Laubsilage enthaltenden Fässer werden in einem Raum mit stabiler Temperatur gelagert.
Gross ist die Spannung, wenn im November das erste Fass geöffnet wird. Gut gemachte Laubsilage aus dem Fass präsentiert sich dann in erstaunlich frischer grüner Farbe, mit intakten Blättern und einem aromatisch-angenehmen Geruch! Die Laubsilage wird von den Tieren sehr geschätzt und gerne gefressen.

Nachhaltigkeit und Kreislauf
Die «nackten», entlaubten Äste werden den Elefanten verfüttert. Falls diese einmal nicht alles verspeisen sollten, werden die Überreste gehäckselt und einer Holzheizung zugeführt.
Der Giraffen-Mist, also quasi die verdaute Laubsilage, wird wie der Mist von allen anderen Zootieren abgeführt, an Wegrändern kompostiert und für die Düngung von Obstplantagen in der Region verwendet.

Freiwilligenarbeit im Freundeverein des Zoo Basel
Die Herstellung der Laubsilage, vor allem das Zupfen der Blätter im Sommer, ist sehr aufwändig. Die Zoomitarbeitenden werden bei dieser Arbeit durch ein Freiwilligen-Team des Freundevereins des Zoo Basel unterstützt. Wer an einer Mitgliedschaft oder den Aktivitäten des Vereins interessiert ist, findet hier weitere Informationen: www.zoobasel.ch/de/freundeverein oder meldet sich direkt bei .

Bilder:
Berge von belaubten Ästen warten darauf, «entlaubt» zu werden.
Die Giraffen brauchen auch im Winter etwas zu futtern.
Fotos: Zoo Basel

 

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