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Margrit Schmidlin
lic. phil. Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
www.oekberatung.ch

Der erste Eindruck: Fakt oder Fake?
Eine Volksweisheit besagt, dass der erste Eindruck, den wir von einem Menschen gewinnen, oft zutreffend und richtig sei. Doch aus Sicht der psychologischen Wissenschaft und der Lebensrealitäten kann diese Sichtweise kritisch hinterfragt werden.
Denn in der Wahrnehmung unseres Umfeldes spielen verschiedene Faktoren eine wichtige Rolle, die den ersten Eindruck bestimmen: Da ist zunächst unser durch Gene angelegtes «Amphibiengehirn», das unbewusst innert kürzester Zeit entscheidet, ob ein bestimmtes Objekt oder Subjekt, eine Situation eher eine Bedrohung darstellt oder harmlos ist, um entweder reflexartig eine Fluchtreaktion oder einen Angriff oder eine neugierige Annäherung hervorzurufen. Im Weiteren spielen ebenfalls unbewusst das Aussehen, der Geruch, die Stimme, die Mimik und Körpersprache, die Kleidung und das Aussehen eine wesentliche Rolle dabei, ob wir einen Menschen als eher sympathisch oder unsympathisch einschätzen. Erscheint uns der Unbekannte / die Unbekannte irgendwie «fremd» oder erinnert er/sie uns bewusst oder unbewusst in irgendeiner Weise an jemanden, mit dem wir schlechte Erfahrungen gemacht haben, so werden wir auch den Neuling eher unsympathisch und abwertend beurteilen.
Ist dieser erste Eindruck einmal gegeben, kommt dann hinzu, dass der Mensch tendenziell weitere neue Informationen so aufnimmt und verarbeitet, dass sie in sein/ihr bestehendes vorgefasstes Bild passen. Wenn mir also jemand unsympathisch erscheint, werde ich später eher nur jene neuen Informationen über ihn/sie aufnehmen, die in meine Überzeugung passen und die positiven Eigenschaften eher ausser Acht lassen. Umgekehrt sehe ich vor allem die positiven Eigenschaften, wenn mir jemand zu Beginn schon sympathisch war und schaue über negative Eigenschaften oder Erfahrungen hinweg. Die vorgefasste Meinung ist dann nur allmählich und schwer zu verändern. Doch wie oft haben Sie sich schon in einem Menschen getäuscht?
Studien haben gezeigt, dass Menschen, die jung, attraktiv, verbal geschickt, intelligent und erfolgreich sind, insgesamt positiver eingeschätzt werden, unabhängig von ihrem Charakter oder ihrem Verhalten! Auch Narzissten und Soziopathen können sehr wohl charmant und gewinnend wirken, obwohl sie kaum zu wahrer Empathie fähig sind. Diese Fehleinschätzung zeigt sich auch in der Verwunderung, dass ein Mensch, der von seinen Arbeitgebern oder Nachbarn als nett, unauffällig und harmlos eingestuft wurde, doch zum Straftäter geworden ist. Kürzlich war in der Presse zu lesen, dass rund die Hälfte der Kinder in der Schweiz von häuslicher Gewalt betroffen seien; mit grosser Wahrscheinlichkeit kennen Sie demnach jemanden, der davon betroffen ist, sei es als Opfer oder als Täter/in.
Auf der anderen Seite gibt es durchaus auch positive Überraschungen bei Menschen, die uns anfänglich eher unsympathisch erschienen sind: Wenn wir die Gelegenheit haben und ihnen die Chance geben, sie besser kennenzulernen, entdecken wir doch «plötzlich» positive Eigenschaften, die wir nicht vermutet hätten. Daraus können wertvolle Beziehungen und tiefe, verlässliche Freundschaften oder auch Liebesbeziehungen entstehen zu Menschen, die zuvor nicht in unser «Beuteschema» gepasst haben.
Das Unbewusste spielt insgesamt in unserer Wahrnehmung und Beurteilung von einer Person oder Situation eine oft grössere Rolle, als wir meinen. Die vermeintlich vernünftigen Argumente und Überzeugungen, die wir in der Beurteilung anführen, sind meist die Folge von unbewussten Prozessen und Gefühlen. Unsere Einschätzung ist nicht so objektiv, wie wir glauben, sondern sie folgt der Richtung, die unsere Gefühle vorgegeben haben.
Es lohnt sich somit, auch unserer eigenen Wahrnehmung und unserem Urteil gegenüber skeptisch zu sein, denn es gibt immer auch eine andere Sichtweise, eine andere Wahrheit als die unsere!

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Cora Burgdorfer
dipl. Psychologin
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
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Die Todesanzeige
Der Brief liegt auf meinem Praxistisch und das Couvert lässt mich schon erahnen, dass es eine Todesanzeige sein könnte. Ich öffne ihn bange und sehe das Foto einer Klientin. Völlig unerwartet trifft mich diese Nachricht. Was? Das darf doch nicht wahr sein! Zwar liegt das letzte Gespräch schon etwas zurück, aber die Klientin ist mir so lebendig in Erinnerung. Verzweifelt zwar in der letzten Sitzung, aber nein, das kann doch kein Suizid sein? Die Abschiedsworte lassen die Todesursache offen. Ich denke mir alle möglichen Todesarten aus. Ich kann es nicht glauben, ich will es nicht glauben. Sie hatte den gleichen Jahrgang wie ich. Noch nicht ganz 60 Jahre alt. Das ist doch kein Alter zum Sterben! So viel gelebtes Leben, so viele Erfahrungen, so viele Krisen, so viele Ressourcen. Und jetzt: fertig? Sie wird nie mehr meine Praxis betreten, wir werden nie mehr gemeinsam lachen, sie wird nie mehr sagen: «Das ist eine gute Frage, darüber muss ich nachdenken.» Sie wird mir fehlen. Ich nehme das Patienten-Dossier hervor und lese die Akten durch. Habe ich etwas übersehen, habe ich etwas verpasst? Hätte ich etwas tun können, etwas verhindern können, ihr mehr Mut machen sollen? Muss ich mir Vorwürfe machen, ein schlechtes Gewissen haben? Nein, sagt die professionelle Stimme in mir. Du kannst nichts aufhalten, nichts verhindern. Du bist nicht allmächtig. Und doch? Waren da nicht Anzeichen? Ich gehe nochmals die letzten Jahre durch und bleibe immer wieder hängen. Da gab es Abstürze, Krisen, dunkle Phasen. Aber auch Fortschritte und Zuversicht, eine neue Beziehung und berufliche Perspektiven.
Ich spüre, wie die Trauer langsam hochkriecht. Ich will das nicht. Ich will diese Trauer nicht, ich will diesen Abschied nicht. Ich will nicht auf diese Klientin verzichten. Das darf doch alles nicht wahr sein. Aber da steht es schwarz auf weiss. Ich lege das Dossier zur Seite, zum Ablegen. Die Todesanzeige stelle ich auf den Tisch. Soll ich nun eine Kerze dazustellen? Nein, das ist übertrieben. Es ist ja schliesslich nur eine Klientin, keine Freundin. Nur eine Klientin? Sie war ein Mensch, der mir über Jahre hinweg ihre innersten Gedanken mitgeteilt hat. Ich suche eine kleine Kerze und zünde sie an. Adieu und ruhe in Frieden!
Bei dieser Gelegenheit wird mir wieder einmal bewusst, wie speziell eine «therapeutische Beziehung» ist. Einseitig, denn ich weiss sehr viel über das Leben meiner Klienten und sie wissen fast gar nichts über meines. Manchmal werde ich gefragt, wo ich in den Ferien war, und manchmal rutscht mir ein: «Ja, das kenne ich!» über die Lippen, wenn Klienten von schlaflosen Nächten mit ihren kleinen Kindern erzählen. Wenn man die Wirkfaktoren von Therapien untersucht, steht an erster Stelle die therapeutische Beziehung. Die Qualität dieser Beziehung trägt ganz wesentlich zum Erfolg einer Therapie bei. Der Klient muss sich verstanden, akzeptiert und wertgeschätzt fühlen, die «Chemie» muss stimmen, denn nur so kann sich jemand öffnen und Vertrauen fassen. Die Haltung der Therapeutin soll immer unterstützend, positiv und zuversichtlich sein, wertfrei und nicht verurteilend. Viele Klienten sagen: «Es tut gut, mit jemandem zu sprechen, der sonst in meinem Leben nichts mit mir zu tun hat und neutral auf die Situation blickt.»
Die meisten Menschen kommen in eine Therapie, weil sie zwischenmenschliche Probleme haben, sei dies mit dem Partner, der Partnerin oder mit der Mutter, dem Kind oder der Schwiegermutter. Diese Beziehungskonflikte können in einem geschützten Rahmen erlebt, besprochen und bearbeitet werden und die Klientin kann so eine neue Beziehungserfahrung machen. Die Möglichkeit alles aussprechen zu dürfen, manchmal jahrelang Unterdrücktes, schafft eine sehr spezielle, vertrauliche Atmosphäre und auch ein Machtgefälle zwischen der Therapeutin und der Klientin. Darin liegt eine grosse Verantwortung. Diese Vertrautheit schafft keinen Raum für die Anbahnung einer persönlichen Beziehung, dafür ist jederzeit die Therapeutin verantwortlich. Die Beziehung bleibt strikt innerhalb des therapeutischen Kontextes. Die Therapie soll helfen, den eigenen Weg zu finden und nicht eine neue Abhängigkeit zu schaffen, der Therapeut ist auch kein «Retter».
Meine Gedanken kommen zurück und ich fühle Demut: Ich durfte die verstorbene Klientin kennenlernen und sie begleiten. Ich habe versucht, sie in ihrem Wesen zu erkennen und sie auf ihrem Weg zu unterstützen. Wie immer am Ende einer Therapie bedanke ich mich für das Vertrauen und für die gemeinsam verbrachte Zeit. Und ich bin traurig.

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Margrit Schmidlin
lic. phil. Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
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Neue Finanzierung für Psychotherapie
Psychische Störungen zählen weltweit zu den häufigsten und am meisten einschränkenden Krankheiten. Dazu zählen zum Beispiel Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen, Folgestörungen von Traumatisierungen, somatoforme Störungen und Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen. Für diese stellt insbesondere die Psychotherapie eine anerkannte und wissenschaftlich unbestrittene Therapieform dar.
Bisherige Regelung
Bisher wurden Psychotherapien nur dann von der Grundversicherung übernommen, wenn sie von einem Psychiater oder einer Psychiaterin durchgeführt wurden. Psychotherapien von Psychologen und Psychologinnen konnten lediglich zuhanden der obligatorischen Krankenpflegeversicherung OKP – der Grundversicherung – abgerechnet werden, wenn sie delegiert und unter Aufsicht von dazu berechtigten Ärzten und Ärztinnen in ihren Räumlichkeiten erbracht wurden.
Psychologische Psychotherapeuten und -therapeutinnen erbringen allerdings auch auf Beratungsstellen und in eigenen Praxen dieselben Leistungen wie in der ärztlichen oder delegierten Psychotherapie, jedoch mussten sie von Patienten und Patientinnen selbst bezahlt werden oder wurden via Zusatzversicherungen nur teilweise vergütet.
Neu: das Anordnungsmodell
Seit dem 1. Juli 2022 ist eine Neuregelung der psychologischen Psychotherapie im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung schweizweit in Kraft getreten: das sogenannte Anordnungsmodell. Dadurch können anerkannte psychologische Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen die Behandlung von psychischen Erkrankungen neu via die Krankenkassen-Grundversicherung verrechnen. Voraussetzung dafür ist, dass die psychologischen Therapeutinnen und Therapeuten über eine kantonale Bewilligung zur Berufsausübung gemäss Psychologiegesetz verfügen. Die psychologische Psychotherapie muss vorgängig von einem Hausarzt, einer Hausärztin oder einem Psychiater, einer Psychiaterin verordnet werden, analog einer Verordnung zu einer Physiotherapie.
Diese Verordnung ermöglicht dann vorerst 15 psychotherapeutische Sitzungen. Nach Rücksprache zwischen Zuweiser/in und Psychotherapeut/in sind weitere 15 Sitzungen möglich. Sollte die Psychotherapie nach diesen 30 Sitzungen erneut verlängert werden müssen, benötigt es einen ausführlichen schriftlichen Bericht zur Situation des Patienten oder der Patientin. Dieser Bericht wird von einem unabhängigen Psychiater, einer unabhängigen Psychiaterin beurteilt und die Krankenkassen erteilen dann aufgrund deren Einschätzung eine Kostengutsprache für die Fortführung der Psychotherapie.
Selbstzahlend bleiben
Eine Psychotherapie kann auch als selbstzahlende Person weitergeführt oder begonnen werden. Dies kann je nach Franchise und unter Berücksichtigung des Selbstbehaltes sinnvoll sein oder wenn Sie nicht wünschen, dass der Arzt oder die Krankenkasse von Ihrer Therapie erfahren. Allenfalls ist auch zu berücksichtigen, dass eine Lebensversicherung, die Sie zu einem späteren Zeitpunkt abschliessen möchten, Vorbehalte machen könnte, wenn sie von einer absolvierten Psychotherapie erfährt.
Von der Grundversicherung nicht vergütet werden so oder so psychologische Behandlungen und Beratungen, welche zum Zwecke der Selbsterfahrung, Selbstverwirklichung oder der Persönlichkeitsreifung dienen.
Bedauerlicherweise werden auch Paartherapien und Eheberatungen nicht bezahlt, wenn sie nicht im direkten Zusammenhang mit einer Krankheit durchgeführt werden, obwohl psychische Probleme in der Beziehung zu schweren psychischen Belastungen und Krisen führen können.
Selbstverständlich können und müssen deshalb diese Angebote und Beratungen weitergeführt werden, da sie letztlich der Gesundheit der Bevölkerung dienen. Umso wichtiger sind und bleiben da Beratungsstellen, welche staatlich und/oder kirchlich unterstützt werden, damit Familien und Paaren in psychischer Not fachlich kompetent und für alle erschwinglich geholfen werden kann..

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Cora Burgdorfer
dipl. Psychologin
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
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«Schwierige» Gefühle bei Kindern
Die meisten Eltern wünschen sich zufriedene und glückliche Kinder und sind auch bereit sehr viel dafür zu tun. Sie möchten, dass die Kinder harmonisch, fröhlich, nett und anständig sind und wundern sich, dass der Alltag mit ihnen oft von ganz anderen Gefühlen geprägt ist. Die Vielfalt von «schwierigen» Gefühlen ist gross: Wut, Ärger, Trauer, Langeweile, Unruhe. Auch wir Erwachsenen kennen diese unangenehmen Zustände und hätten sie gerne schnell wieder los. Wir versuchen die Kinder abzulenken, sie zu trösten oder zurechtzuweisen, damit sie in einen anderen Gefühlsmodus wechseln können. Nicht selten wird dabei heute der «Instant-Beruhiger» eingesetzt: das Handy. Schon Kleinkindern wird beim Einkauf im Laden das Handy in die Hand gedrückt, damit es keinen Ärger gibt. Kaum ein Kind kann eine Zugreise überstehen, ohne ein «You-Tube» Filmchen gesehen zu haben, aus Angst, das Kind könnte auffällig werden oder stören. Dabei geht den Kindern eine wichtige Erfahrung verloren: sich selbst beruhigen zu lernen. Eltern signalisieren ihren Kindern, dass Gefühle, wie z.B. Langeweile, unerwünscht sind. Für eine gesunde Entwicklung ist es zentral, dass ein Kind das Recht hat auf das ganze Spektrum von Emotionen: traurig, fröhlich, ängstlich, wütend, verzweifelt sein zu dürfen, ohne dass dies ein Problem ist. Sie brauchen den sicheren Raum, um sich mit all diese Gefühlen akzeptiert zu fühlen. Erst so lernen sie ihre Gefühle zu regulieren und sich im sozialen Kontext angemessen zu verhalten.
Auch Eltern sind Menschen und dürfen ihre Gefühle zeigen, Kinder haben damit keine Probleme und sie nehmen keinen Schaden. Wenn der Vater traurig ist und weint, kann das Kind lernen, dass dieses Gefühl normal ist und dazugehört. Wenn die Mutter ärgerlich ist oder wütend wird, wenn die Kleider in der Garderobe wieder am Boden liegen, ist dies ein nachvollziehbares Gefühl. Eltern dürfen authentisch sein. Wenn sie daraus kein Drama machen, ist das Gefühl nämlich schnell wieder vorbei. Kinder lernen so sich in andere Menschen einzufühlen. Wenn Eltern versuchen, immer korrekt und nett zu sein, also eine Fassade aufsetzen, können Kinder ihre angeborene Empathie-Fähigkeit nicht ausbauen. Eltern sind Menschen, sie müssen weder ideal noch übermenschlich sein. Kinder verzeihen schnell und lieben ihre Eltern trotzdem. Aber Kinder brauchen Leuchttürme, an denen sie sich orientieren können. Eltern, die Verantwortung übernehmen und nicht desinteressiert sind. Wenn der kleinste Konflikt damit endet, dem Kind einen Schleckstengel zu geben, oder das Kind vor dem Fernseher ruhiggestellt wird, verwehren Sie ihm wichtige Entwicklungsfähigkeiten und grundlegende Fähigkeiten, mit dem Leben klarzukommen.
Der autoritäre Erziehungsstil früherer Generationen hat den Kindern Gehorsam und Anständigkeit gelehrt, das will heute niemand mehr. Das Gegenteil dieser Erziehungshaltung ist aber auch nicht die Lösung: Einfach machen und gewähren lassen, bringt Tyrannen und Egoisten hervor, die dann in der Schule sozialisiert werden müssen.
Jesper Juul, der verstorbene dänische Pädagoge, rät, Kinder als Gäste aus einer fremden Kultur zu betrachten, mit denen man Bekanntheit schliessen muss. Manchmal erscheinen einem die eigenen Kinder wie Ausserirdische. Warum in aller Welt können sie jetzt diesen schönen Ausflug nicht geniessen und streiten die ganze Zeit? Kein normaler Mensch würde das tun. Wenn wir uns immer wieder auf die Perspektive des Kindes einlassen und versuchen zu verstehen, gelingt es besser, einfach mal sagen zu können: «Ok, du bist jetzt wütend/traurig/ärgerlich», um dann nachzufragen: «Was wäre denn deine Idee, um aus dieser Situation herauszukommen?» Selbstverständlich dürfen Eltern aber auch klarmachen, was sie wollen und was ihre Bedürfnisse sind. Diese sollen klar und deutlich ausgesprochen werden: «Ich will, dass du nun diese Jacke aufhebst und aufhängst.» Am besten gehen Sie dazu auf Augenhöhe zum Kind und sagen dies in einem freundlichen, aber bestimmten Ton.
Je besser Kinder lernen ihre Gefühle, Emotionen und Bedürfnisse wahrzunehmen und damit einen Umgang zu finden, desto stärker wird ihr Selbstwertgefühl und ihre Liebesfähigkeit. Dies ist allerdings ein langer Prozess, der jahrelang immer wieder geübt sein will. Wenn Eltern es schaffen dem Kind das Gefühl zu vermitteln, dass es immer liebenswert ist als Person und nur sein Verhalten jetzt gerade schwierig ist, kann Entwicklung stattfinden.
Liebe Eltern, ich wünsche Ihnen viel Spass und Freude mit Ihren Kindern in den Ferien. Sie machen den wichtigsten Job der Welt, und auch da braucht es Pausen!

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Heilsame Berührungen
Die meisten Menschen mögen es eigentlich ganz gerne, wenn sie respekt- und liebevoll berührt, umarmt werden, mögen das Kuscheln und das Anlehnen an einen anderen Menschen.
Kinder suchen und brauchen die körperliche Nähe zu den Eltern und Geschwistern, da finden sie Geborgenheit, Sicherheit, Beruhigung, Trost und Entspannung. Diesen Effekt hätten körperliche Berührungen auch noch bei Erwachsenen, jedoch wird es in der Pubertät «uncool», weiterhin den Körperkontakt zu den Eltern zu suchen. Ab diesem Zeitpunkt werden Berührungen mit anderen Menschen eher in einen sexualisierten Zusammenhang gestellt: Was will der oder die von mir, wenn er/sie mich berührt? Ist er schwul, sie lesbisch, wenn er/sie mich umarmt? Im Erwachsenenalter bleiben dann noch kurze Umarmungen innerhalb der Familie oder im Freundeskreis möglich; längere oder andere Formen der Berührungen werden in eine Partnerschaft verbannt oder stehen im klar definierten Rahmen einer beruflichen Tätigkeit (Physiotherapie, Masseurin, Coiffeur, Spitex, Pflege, Sexarbeiter:innen etc.). So bezahlen Erwachsene das Bedürfnis nach körperlichem Kontakt, nach Geborgenheit, Trost, Sicherheit und Nähe häufig mit dem Preis der Sexualität. Sicher ist Sex die intensivste und intimste Form von körperlicher Nähe, jedoch darf die Frage erlaubt sein, ob es nicht auch mehr andere menschliche Berührungen geben sollte oder könnte, ohne dass wir dabei an Grenzüberschreitungen und an Sex denken müssen.
Studien zeigen nämlich, dass Berührungen nicht nur emotional, sondern auch körperlich heilsam sind: Bereits nach kurzer Zeit einer liebevollen Berührung oder Umarmung schüttet der Körper Glückshormone aus. So wird zum Beispiel Angst reduziert, Menschen können sich besser beruhigen und entspannen, Stress wird abgebaut, sogar Wunden können schneller heilen und man erholt sich nach einer Operation im Spital besser. Und Menschen, die in funktionierenden Beziehungen leben, sind allgemein gesünder und leben länger.
Auf der anderen Seite steht die körperliche Integrität, die gewahrt werden muss: Nicht umsonst sind tätliche Angriffe und Übergriffe, auch in der Ehe, strafbare Handlungen. Spätestens die «Me-too-Bewegung» hat die Diskussion neu entflammt, wo sexuelle Übergriffe beginnen, und das Bewusstsein geschärft, wie problematisch und schädigend unerwünschte und grenzüberschreitende Berührungen sind. Jemanden zu berühren oder berührt zu werden, ist also eine sehr heikle Sache. Jede/r hat dabei seine/ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen, die es zu respektieren gilt.
Den Ausweg aus diesem Dilemma sehe ich darin, dass wir uns dort, wo es unser Rahmen erlaubt, wieder mehr und bewusster berühren; sei es eine Umarmung zur Begrüssung und zum Abschied, eine kurze Berührung am Arm oder an der Schulter während eines Gespräches, sich beim Spaziergang an den Händen zu halten oder sich unterzuhaken – ganz ohne Hintergedanken, sondern um zu zeigen: Ich mag dich, ich verstehe dich, ich bin für dich da. Es kann so viel sagen, wo Worte manchmal fehlen, und kann so viel Gutes bewirken.
Die Massnahmen im Umgang mit der Corona-Pandemie haben uns das Bewusstsein für Nähe und Distanz sowieso schon nahegelegt. Vermutlich wurde uns dabei auch bewusster, welchen Stellenwert wir selbst den Berührungen geben. Nutzen wir doch dieses Bewusstsein dafür, das Geschenk des Berührens und Gehaltenwerdens zu schätzen und dort wieder vermehrt zur Anwendung zu bringen, wo wir es geniessen können.

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