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Umzug beendet: Das KSB nimmt seinen Neubau in Betrieb

Umzug beendet: Das KSB nimmt seinen Neubau in Betrieb

(pd) Das Kantonsspital Baden (KSB) hat am Montag den Umzug vom alten ins neue Spital abgeschlossen. Während des fünftägigen Kernumzugs wurden 222 Patienten und über 50'000 Güter in den Neubau verlegt. Die Züglete, die eine logistische und organisatorische Grossübung darstellte, verlief erfreulicherweise ohne nennenswerte Probleme und Zwischenfälle.


«Was wir in den vergangenen Tagen geleistet haben, erleben die meisten von uns höchstens einmal im Leben», sagt KSB-CEO Adrian Schmitter über den Umzug und die Inbetriebnahme des neuen Spitals. Nach zehn Jahren Planung und Bau hat das KSB heute den operativen Betrieb in seinem Neubau aufgenommen. Mit dem Umzug der Geburtsabteilung wurde der fünftägige Kernumzug erfolgreich abgeschlossen.

Seit vergangenem Donnerstag sind insgesamt 222 Patienten vom alten ins neue Spital verlegt worden. Den Abschluss bildeten am Montag die Geburtsabteilung, das Wochenbett und die Neonatologie. Die letzte Patientin verliess den Altbau mit ihrem Neugeborenen um 13:56 Uhr. Mitarbeitende standen Spalier und applaudierten. Das letzte Baby im Altbau kam um 2:45 Uhr auf die Welt. Rund zehn Stunden später, um 13:02 Uhr, erblickte das erste Baby im Neubau das Licht der Welt.

Auch im OP-Trakt herrschte Hochbetrieb. Am 3. März 2025 um 5:23 Uhr meldeten die Chirurgen: «Letzte OP im Altbau abgeschlossen.» Es handelte sich um einen Hernien-Eingriff bei einer 48jährigen Frau. Rund anderthalb Stunden später, pünktlich um 7 Uhr, durchschnitt Chefchirurg Prof. Antonio Nocito im neuen OP-Trakt ein Band und eröffnete damit die acht neuen OP-Säle. Direkt im Anschluss begannen die ersten Eingriffe.

Eine logistische Meisterleistung
Auf den Bettenstationen, die bereits in den Tagen zuvor umgezogen waren, war zu diesem Zeitpunkt bereits «courant normal» eingekehrt. «Es war beeindruckend, wie schnell sich die Mitarbeitenden im neuen Spital eingelebt haben», sagt Adrian Schmitter. Innerhalb weniger Stunden wurden die transportierten Güter verstaut. «Der Umzug war eine logistische Meisterleistung. Wir sind stolz und erfreut, dass er so reibungslos verlaufen ist. Unseren Mitarbeitenden gebührt grosses Lob und Dank für ihren Einsatz.»

Unterstützung erhielten die KSB-Mitarbeitenden beim Umzug durch den Zivilschutz, die Projektmanager von Drees & Sommer, 55 Mitarbeitende der Transportfirma Welti-Furrer, die Reinigungskräfte von ISS sowie über hundert freiwillige Helfer. Dreimal täglich – um 6 Uhr, um 12 Uhr und um 18 Uhr – traf sich die Umzugsleitung zum Rapport. Adrian Schmitter fasst seine Erkenntnisse aus diesen Bild 2Sitzungen so zusammen:

Gut geplant ist halb gewonnen: «Wir waren bestens vorbereitet und hatten für jedes Szenario einen Plan B oder C. Dennoch ist man vor Überraschungen nicht gefeit.
Deshalb sind oft schnelle Entscheidungen und Improvisationskunst gefragt. Ohne falsche
Bescheidenheit dürfen wir festhalten, dass uns das gut gelungen ist.»
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier: «Wir hatten geplant, rund 44’000 Gegenstände und 4571 Kubikmeter Medizintechnik zu transportieren. Am Ende waren es schätzungsweise 6000 Kubikmeter Material. Viele Mitarbeitende wollten sich nicht von liebgewonnenen Objekten trennen. Hier mussten wir eingreifen, um zu verhindern, dass der Neubau mit Mobiliar und ‘Staubfängern’ vollgepfercht wird.»
Der Teufel steckt im Detail: «Während des Umzugs hat die interne Hotline täglich zwischen 80 und 100 Anfragen beantwortet, und die IT hat insgesamt über 220 Tickets bearbeitet. Viele Probleme konnten so umgehend gelöst werden. Dennoch werden wir in den kommenden Wochen noch einige Kinderkrankheiten beheben müssen. Angesichts der Komplexität des Gebäudes mit seinen 2’800 Räumen ist das jedoch völlig normal.»

Zu betonen gilt, dass die Patientensicherheit dadurch keineswegs tangiert ist. Vielmehr umfasst die Mängelliste Aspekte wie Türen, Aufzüge, Logins, Kleiderausgabe oder Abfallbewirtschaftung.
Schmitter: «Die Optimierung von Prozessen und Abläufen ist in den kommenden Tagen auf der
Prioritätenliste ganz hoch angesiedelt.»

Während im 600 Millionen Franken teuren Neubau nun Hochbetrieb herrscht, wird der Altbau in den kommenden Tagen schrittweise geräumt. Der sogenannte Nach-Umzug betrifft vor allem die Logistik, da sämtliche Lagerbestände sowie nicht unmittelbar benötigte Güter verlegt werden müssen.

Der 1978 eröffnete Altbau wurde am Montagabend hermetisch abgeriegelt. Er wird nun vollständig geräumt und anschliessend zurückgebaut. An seiner Stelle entsteht eine Grünfläche, die den Neubau mit seinem Healing-Architecture-Konzept optimal zur Geltung bringen soll.

Bild 1: Montag, 3. März 2025, 7:00 Uhr: Prof. Dr. Antonio Nocito, Chefarzt Chirurgie, und sein Team eröffnen die OP-Säle im KSB-Neubau.
Bild 2: Die letzte Patientin verlässt den Altbau des KSB: Marieke Zwyssig und ihre Tochter Livia werden verlegt.
Fotos: KSB, zVg